Smoke-Test. Jetzt!

.daily business: In der Software-Entwicklung hat das Testen ja eine gewisse Tradition. Es wird in jeder seriösen Planung manifestiert und in der echten Welt mit Hassliebe betrieben – bis es raucht. Vor kurzem hiess es: Mach mal den Smoketest. Den was…? 

Smoke-Tester bei der Arbeit

Ich bin ja lernfähig. Hoffe ich zumindest.

Eines schönen Tages kam das Vorhaben. Nicht irgendein Vorhaben, sondern DAS Vorhaben, auf welches die Welt wartet: Grosse Innovation. Also hinein in das Vergnügen, etwas komplett Neues zu wagen.

Lamentieren, mutmassen, experimentieren, enttäuscht werden, überrascht werden, Perspektivwechsel, Durchhänger, “jetzt erst recht”-Trotz, durchhalten und noch einen drauflegen – einfach mal etwas machen, was unter dem gestrengen Blick des Torwächters der Wirtschaftlichkeit absolut verboten wäre.

Nicht mal einen Plan hatten wir.

Und dann kam es ganz dick: Wir machen einen Smoke-Test. Wohl dem, der jetzt wissend leise nickt. In meiner bisherigen Welt rauchte es nur, wenn trotz Eskalation das liebevoll geplante nicht lebendig werden wollte.

Smoke-Test.

JA, wir testen die Ads, schauen uns die Leads an, richten unsere Aufmerksamkeit auf die Landing Page und berechnen dann noch geschwind die CAC für die Jury.

Ja, klar. Worum geht’s?

Gut, dass es Google gibt. Ah, Ads … das sind also diese nervigen kleinen Filmchen, an denen man als PoweruserIn sozialer Medien nicht vorbei kommt. Und Leads sind also Interpretationen all der hinterlassenen Datenspuren von Menschen, die tatsächlich mal nachsehen wollten, was nach dem Klicken eines Ads so passiert.

Was da passiert?

Mann/Frau kommt auf die Landing Page und wird bildgewaltig dazu verführt, noch ein wenig weiter zu klicken und dabei noch schönere Datenspuren zu hinterlassen. Datenspuren, denen wir dann eifrig nachgehen werden. Das ist auch sowas wie Hellsehen für Fortgeschrittene. Wenn mehrere User an selbem Ort hingeklickt haben, dann ist das offenbar interessant. Genau da sollten wir weitermachen. Fitness statt Plan; wir probieren und finden heraus, was der potenzielle Kunde so bevorzugt, und genau da machen wir dann weiter.

Eigentlich ist das eine richtig gute Idee.

Google sagt, dass ein Smoke-Test ursprünglich dazu diente, herauszufinden, wo der Handlungsbedarf besteht. Gasleitungen wurden nach einer Reparatur einem Probelauf unterzogen und dort, wo es rauchte, da gab es offensichtlich was zu tun. Probelauf ist also gut. Nun ja, cooler als “Probelauf” klingt “Smoke-Test” schon. Wenns hilft, dann pauke ich halt ein paar neue Vokabeln. Ich bin ja lernfähig. Hoffe ich zumindest.

P.S.: Was ist CAC?

Ach ja – Customer Aqcuisition Costs … das ist gut, um die besagten Torwächter der Wirtschaftlichkeit bei Laune zu halten.

Man teile den Extra-Aufwand durch die Anzahl der dadurch zusätzlich generierten (potenziellen) Kunden.

Tolle Kennzahl, wirklich.

42?

Ah, 42. Gut, ja?

Ja, gut.

Super.

Passt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.